Kehrschleifenschaltung für alle Systeme (analog / digital) .. zum Forum Seite drucken HOME
 

Laut ZIMO muss für das Multiprotokoll, bzw. für das DCC Datenformat eine neue Kehrschleifenelektronik eingebaut werden. Mag diese technisch noch so ausgereift sein, ich finde sie preislich zu hoch angesetzt (ich weiß, sie hat einen Microcontroler drin und man kann sie auch als "Minibooster" verwenden - aber ich will "nur" die Polarität umschalten ... ) . Zumal ja nicht sicher ist, wie sich diese Schaltung z.b. im analogen Betrieb verhält.

Ich habe nun nach einer Alternative gesucht und mit dieser einfachen Relais-Schaltung (sicher schon oft bewährt) eine gefunden:

 

Eine ähnlich einfache Kehrschleifenelektronik findet sich auf Arnold's Train Web.

Der Vorteil daran ist, dass diese Schaltung auch zum trennen zwischen digital und analog, oder zur Trenung zweier Digitalstromkreise, etc. eingesetzt werden kann.
Zum Schalten sollten potentialfreie Schalgleise (z.b. RocoLine-Schaltgleis) oder Reedkontakte verwendet werden. 
Soll die Kehrschleife beidseitig durchfahren werden können - mir FREIER Wahl der Fahrtrichtung, muss jeweils vor und nach der Trennstelle ein Schaltgleis (sind mit einem roten X gekennzeichnet)  zum gleichen Kontakt (jeweils zu beide zu S1, bzw. zu S2) geführt werden.
Zwei der  Relaiskontakte habe ich wegen des eventuellen hohen Schaltstromes parallel geschalten.

Alternativ bietet sich auch an, die Weiche jeweils vom Gleiskontakt IN der Kehrschleife mitschalten zu lassen - Die Weiche steht so, dass der Zug IM Uhrzeigersinn die Kehrschleife durchfährt, die Kehrschleife ist bereits korrekt gepolt. Zug fährt ein, überfährt den LINKEN Gleiskontakt - nichts passiert. Zug durchfährt die Kehrschleife und überfährt kurz VOR dem Ausfahren den RECHTEN Gleiskontakt. Damit wird nun die Polarität IN der Kehrschleife mit dem Ausfahrtsgleis gleichgeschaltet UND die Weiche für die Ausfahrt richtig gestellt.
Der nächste Zug fährt nun in die Kehrschleife so ein, wie der vorhergehende Zug diese Verlassen hat - jetzt also GEGEN den Uhrzeigersinn. Wieder wird kurz vor Verlassen der Kehrschleife diese richtig gepolt und die Weiche umgestellt.

Also so:

Voraussetzung ist natürlich IMMER, das die Lok, oder der erste Waggon (z.b. bei Wendezügen, oder sonstigen geschobenen Wagen ...) einen Magnet o.ä. besitzt, der den Reedkontakt auslöst, wenn dies nicht anders mechanisch erfolgt (Roco-Schaltgleis)!

Der große Vorteil dieser Schaltung ist, sie funktioniert sowohl ANALOG, als auch DIGITAL, unter JEDEM Digitalsystem. Sie benötigt keine zusätzliche Versorgungsspannung, keine elektronischen Bauteile und kann bei Großbahnen sogar mit den vorhandenen Weichenkontakten realisiert werden. Der einzige Wermutstropfen sind eben potentialfreie Gleiskontakte.

Zu Beachten ist allerdings, dass die gezeigte Schaltung in dieser Form, die Polarität IN der Kehrschleife umpolt! Bei analogen Betrieb, muss die Schaltung so angepasst werden, dass die Umpolung grundsätzlich AUSSERHALB der Kehrschleife erfolgt!
Innerhalb der Kehrschleife muss die Polarität mittels zb. eines Gleichrichters immer gleich gehalten werden. Die Fahrtrichtung ist dann aber auch vorgegeben und muss immer zb. im Uhrzeigersinn erfolgen. Im Grunde ist bei analogen Betrieb eine konventionelle Kehrschleifenschaltung erforderlich. Die Sache mit den Relais würde die Schaltung nur teilweise automatisieren.

Für reinen analogen Betrieb würde sich u.U. DIESE Schaltung besser eignen!

Übrigens, um EPL Antriebe zu schalten, ist normalerweise Wechselspannung, oder + Masse - nötig.
Mit der u.a. Kunstschaltung, kann die ohne zusätzliche Stromversorgung direkt vom Gleis, auf dem ja das DCC-Signale liegt (das ähnlichen Charakter wie Wechselspannung hat) verwendet werden.

Wobei ich anmerken möchte, dass ich den nötigen Wechselstrom getrennt zuführe und damit schalte.
Die o.a. Schaltung (Schaltspannung vom der Schiene und DCC-Digitalspannung als "Wechselstromersatz") habe ich nur im "Labor" getestet ...

Es wurde inzwischen angemerkt, dass das parallel-schalten der Kontakte nichts bringt, weil die nicht synchron schließen/öffnen und daher die Funkenbildung immer den zuletzt öffnenden Kontakt trifft. Mag sein - inzwischen habe ich so eine Schaltung schon einige Zeit in Betrieb und bis jetzt tut sie wie sie soll.


Erstellt am 10.03.2012