Digitalumbau AC4400 in H0 von Kato .. zum Forum Seite drucken HOME
 

Das KATO Modell ist sehr fein ausgeführt und bringt eine Menge von Zurüstteilen mit. Die Elektronik in der Analogversion ist allerdings mehr als spartanisch. Was den Entschluss, sie komplett zu entfernen nur erleichtert.
Etwas suboptimal finde ich die Motoranschlüsse, die direkt in die Platine gesteckt sind und die ich entsprechend modifizieren musste - andere Hersteller greifen da auf Kabel zurück, mit denen derartiges wesentlich einfacher zu machen ist.

Zuerst wurde das Modell also zerlegt (das Gehäuse ist nur gesteckt..), die Originalplatine entfernt und die ZIMO US-Plux Adapter-Platine "ADAPUS" mit einem MX645 verbaut.
Dazu habe ich diese mit Doppelklebeband an den Motor geklebt, weil die Befestigung mittels Schrauben sonst mitten durch die Platine gegangen wäre und einige Leiterbahnen zerstört hätte ... Ich habe, um noch an Höhe zu gewinnen (damit Kabel etc. auch noch problemlos rein passen) die Kunststoffhalterungen für die Schrauben abgeschnitten. Damit erhielt ich auch noch eine größere Klebefläche.

Ursprünglich wollte ich, wie auch noch im unteren Bild zu sehen ist, die Front- und Heckbeleuchtung, wie beim Original mittels LEDs und Lichtleiter realisieren.

Da ich aber die Numberboards und die Kabinenbeleuchtung (letztere ist von mir zusätzlich verbaut worden), extra schalten will, war der vordere Lichtleiter einfach nur im Weg. Ausserdem ist die Lichtausbeute der vorderen Scheinwerfer einfach zu gering.

Also habe ich vorderen Lichtleiter alle komplett entfernt und die Ditchlights mit je einer LED, die Noselights mit 2 LEDs (welche genau hinter den Linsen eingeklebt wurden) ausgestattet. Bei den Numberboards habe ich eine Teil des Lichtleiters belassen und eine LED direkt darauf geklebt. Die LEDs wurde alle mit Kupferlackdraht verdrahtet.

Die Heckbeleuchtung habe ich dem Original nachempfunden - nur die LED wurde durch eine weiße ultrahelle SMD-LED ersetzt.

Ein besonderes Schmankerl soll die Beleuchtung der Flagge sein, die ich mittels 4 weißer SMD-LEDs, die in Serie geschalten wurden, realisiert habe.

Weiters wurden Pufferelkos (20 Stück 220uF/16 Volt SMD Tantal Elkos = 4400uF Gesamtkapazität) verbaut.

Dabei ist leider ein folgeschwerer Unfall passiert:

Zwei der bereits erbauten Elkos hat es bei Anlegen der Spannung zerrissen, die damit am Modell einen beträchtlichen Schaden angerichtet haben! Durch die Hitzeentwicklung hat es an diesen Stellen das Gehäuse verformt. Gott sei Dank, war ist der Schaden reparabel. Ich habe inzwischen aus der Not eine Tugend gemacht ... dazu später mehr.

Tantal Elkos sind in H0 oder noch kleineren Baugrößen nicht weg zu denken. Nur damit sind größere Kapazitäten mechanisch im  Modell unterzubringen. Dennoch empfehle ich nach meiner Erfahrung DRINGEND jedem Anwender solcher Elkos, diese EINZELN vor dem Einbau zu testen!

Ich habe diese dazu einzeln mit 15 Volt Gleichspannung aufgeladen - wie man im Bild oben sieht, hat es dabei noch einige zerlegt ...
Die Dinger explodieren, erzeugen dabei eine Stichflamme und sehr hohe Temperaturen (sie werden rot glühend!) Die Kraft, mit der sie explodieren hat bei einem Exemplar gereicht, dass es in die Glasplatte einen kleinen Krater gesprengt hat (roter Kreis)!
Also bitte VORSICHT!!!

Wenn die Dinger getestet sind - dabei messe ich auch gleich die danach gespeicherte Spannung, die nach ca 3 Sekunden Aufladen wenigstens 13 Volt haben sollte, geht keine Gefahr mehr von ihnen aus.

Hier sieht man die entstandenen Schäden:

Wie schon geschrieben, habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und die obigen Schäden abgeschliffen, verspachtelt und lackiert. Die "Ausbesserungen" sind leider sichtbar, weil die Lackierung des Modells einen anderen Farbton hat, als die Farbe "UP-Armour Yellow", wie man sie zu kaufen bekommt ... Deshalb habe ich gleich noch mehr ausgebesserte Stellen erzeugt und das Modell dezent mit Pastellkreide  und Kohlestifte verschmutzt. Damit die Farbpartikel haften, habe ich diese mit einem Hauch Haarspray fixiert. Bei Bedarf kann man dann die Farbe wieder abwaschen.

Das Soundprojekt ist hier als Download verfügbar.

ACHTUNG! CV19 Consistadresse auf 73 gesetzt! Diese Lok fährt mit der AC6000 und SD70ACE im Verbund.

Die Funktionen sind wie folgt belegt (erfordert Decoderfirmware 32.0 oder später):

Funktionstaste Funktion Sound FA
F0 Licht   FA0r/FA0f
F1 Rücklicht   FA4/FA5
F2 Ditchlight Glocke FA1/FA2
F3 Cablicht   FA3
F4 Numberboard   FA6
F5 Flaggenbeleuchtung   FA7
F6 Fernlicht    
F7   Horn lang  
F8   Coasting  
F9   Mute  
F10     FA8
F11   Kupplung anfahren  
F12      
F13   Dynamic Break  
F14   Horn kurz  
F15      
F16      
F17      
F18      
F19   Motor Start/Stop  

Die Funktionsausgänge sind wie unten abgebildet beschalten:

FA0f = Licht vorn -> entgegen der Abbildung, habe ich 2 LEDs in Serie direkt hinter die Linsen des Frontscheinwerfers geklebt. Vorwiderstand = 1k
FA0r = Licht hinten - Vorwiderstand = 1k
FA1 / FA2 = Ditchlight. 2 LEDs direkt verbaut - Vorwiderstand = je 1k
FA3  = Cablight - Vorwiderstand = 1k
FA4  = Numberboard - Vorwiderstand = 1k
FA5 / FA6 = Rücklicht über Vorwiderstand = 1k5, Leitung zu FA0r, bzw. FA0f
FA7  = Flaggenbeleuchtung mit jeweils 4 weiße LEDs in Serie (pro Seite) - mit je Vorwiderstand = 560Ohm

Die SMD Widerstände sind direkt auf die Platine aufgelötet (siehe Bild). Damit das auch elektrisch funktioniert, habe ich die Lötpads in der Mitte durchtrennt.
Die Versorgungsspannung ist Schienenspannung (ca 15 Volt).

Hier noch ein YouTube Video, das die Lok mit allen Funktionen zeigt:

Und noch ein "Gruppenvideo" mit der BLI AC6000:


Erstellt am 10.11.2012